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  • AutorenbildTiziana Osel

Auf was möchten Sie während der Fastenzeit verzichten?

Viele Menschen nehmen sich für die Fastenzeit von Aschermittwoch bis Karfreitag vor, 40 Tage Verzicht auszuüben. Ursprünglich hat dieser Brauch einen religiösen Hintergrund, durch den die Menschen sich besinnen und Freiraum für ein achtsames Reflektieren ihres eigenen Glaubens schaffen sollten.

Wurde früher der Verzicht insbesondere in Bezug auf bestimmte Nahrungsmittel ausgeübt, so verzichten Viele in der heutigen Zeit auch immer häufiger während der Fastenzeit auf andere Konsumgüter oder digitale Medien.

Aber was genau passiert mit uns wenn wir fasten. Ich hatte letzte Woche das Privileg dem Franken Fernsehen in unserem Zentrum ein Interview geben zu dürfen, bei dem genau diese Frage beantwortet wurde!

Kurz zusammengefasst können wir festhalten:

Durch den bewussten Verzicht auf Nahrungsmittel erfahren wir nach einer Gewöhnungszeit von 2-3 Tagen ein gewisses Wohlbefinden, verstärkte Aufmerksamkeit und eine erhöhte Konzentrationsfähigkeit.

Das hat zum Einen damit zu tun, dass wir zunächst einer Stressreaktion unterliegen (weil unser Gehirn glaubt, wir hätten keinen Zugang zu Nahrung), durch dier unser System hochgefahren wird, damit wir uns erfolgreich auf Nahrungssuche begeben - deshalb die Geschäfte Aufmerksam- und Konzentrationsfähigkeit.

Das Wohlbefinden, manchmal sogar ein gewisses "high" Gefühl hingegen, ist sowohl der vermehrten Ausschüttung von Serotonin - einem Glückshormon - beim Fasten geschuldet, als auch der Tatsache, dass die Dichte unserer Serotonin-Transporter in unserem Gehirn größer wird, und diese dadurch weniger dieses Botenstoffes wieder aufnehmen (und sozusagen unserem Gehirn entziehen).

Wir haben also durch den Nahrungsentzug einen doppelten Effekt, der sich positiv auf unsere Stimmung und Psyche auswirkt.

Genau dieser positive Effekt kann jedoch leider auch leicht zu einer Falle werden, die sogar zu einer Essstörung führen kann, wenn wir immer wieder- oder für einen längeren Zeitraum -dieses Gefühl erleben möchten.

Deshalb ist es wichtig sich unbedingt unter ärztliche Aufsicht zu begeben, wenn Sie vorhaben, über einen längeren Zeitraum zu fasten.

Aber wie ist es mit dem Verzicht auf digitale Medien, beispielsweise Social Media?

Tatsächlich erleben Menschen anders als beim Nahrungsverzicht zunächst kein Wohlbefinden, sondern erst nachdem sie bereits für einen längerem Zeitraum auf digitale Medien verzichtet haben.

Das hängst damit zusammen, dass wir in einer digitalen Zeit leben und die Verbundenheit zu anderen Menschen - sei es im privaten als auch beruflichen Umfeld - weitestgehend von der Nutzung digitaler Medien geprägt ist.

Wer von Ihnen, so wie ich, etwas älter ist und mit Jüngeren diesbezüglich in den Austausch geht, der hört vielleicht etwas ähnliches wie es mir einer meiner Söhne sagte, als er mitbekam, dass ich telefonierte.

"Mama, du bist so old-school! Kein Mensch telefoniert mehr..." 😃 Selbst das Telefonieren ist quasi ungewohnt, Kommunikation findet hauptsächlich durch Insta, Snapchat und co statt.

Was passiert also, wenn gerade jüngere Menschen nun auf diese Kommunikationsform verzichten?

Sie empfinden zunächst Einsamkeit bis hin zur Isolation, weil sie sich von ihren Gleichaltrigen abgeschnitten fühlen und befürchten, etwas Wichtiges zu verpassen. Oder sie befürchten, sie selbst "verblassen" und aufgrund ihrer fehlenden online Präsenz in Vergessenheit geraten.

Daher ist es wichtig, sich im Vorfeld zu überlegen, wie der sogenannte "digital detox", also der Verzicht auf digitale Medien aussehen soll.

Verzichten Sie den ganzen Tag auf alle Medien, oder nur auf bestimmte Medien, oder nur zu bestimmten Zeiten?

Außerdem sollten Sie Ihre Familie und Freunde über Ihr Fastenregime informieren, so dass die Kontaktaufnahme auf eine andere Art und Weise stattfinden kann.

Schließlich sind wir Menschen soziale Wesen, die auf ein soziales Netzwerk tatsächlich angewiesen sind!

Nach einigen Tagen Medienfasten werden Sie feststellen, dass Sie plötzlich viel mehr Zeit für die Dinge haben, die Ihnen Freude bereiten und die Sie vielleicht bereits seit einiger Zeit vernachlässigt haben.

Sie werden achtsamer Ihr Umfeld wahrnehmen, entspannter und ausgeglichener sein und letztendlich ein gesteigertes Wohlbefinden verspüren!

Sofern auch Sie nun überlegen zu fasten, oder bereits damit angefangen haben, wünsche ich Ihnen ganz viel ERFOLG und WOHLBEFINDEN!

Ihre,

Tiziana Osel



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